Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr: Bestehensgrenzen nach § 5 Abs. 4 GBZugV
Die Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr weist nach § 5 Abs. 1 GBZugV die fachliche Eignung im Sinne des § 4 GBZugV nach; bestanden ist sie bei mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl und zugleich mindestens 50 Prozent in jeder Teilprüfung (§ 5 Abs. 4 GBZugV).
Ob 60 Prozent insgesamt nach § 5 Abs. 4 GBZugV reichen, wenn ein Teil schwächer bleibt, beantwortet dieser Überblick am Wortlaut des § 5 GBZugV; zu Zuständigkeit und Berufserfahrung kommen § 6 und § 8 GBZugV hinzu. Zur Vorbereitung enthält die GBZugV keine Regelung; dazu äußern sich die IHK Karlsruhe und die IHK Berlin (siehe die Häufigen Fragen). Dieser Überblick ergänzt den Ablauf der Fachkundeprüfung und die Abgrenzung zur Berufskraftfahrerqualifikation.
Was weist die Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr nach?
Die Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr ist nach § 5 Abs. 1 GBZugV der Nachweis der fachlichen Eignung im Sinne des § 4 GBZugV; § 1 GBZugV regelt den Zugang zum Beruf des Unternehmers im Güterkraftverkehr.
Fachlich geeignet im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1071/2009 ist nach § 4 GBZugV, wer über die Kenntnisse verfügt, die zur ordnungsgemäßen Führung eines Güterkraftverkehrsunternehmens erforderlich sind, auf den Sachgebieten des Anhangs I Teil I dieser Verordnung in der jeweils geltenden Fassung. Eine Gemeinschaftslizenz nach § 3 Abs. 2 GüKG setzt die Voraussetzungen des Artikels 3 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1071/2009 in der Fassung vom 15. Juli 2020 voraus. Die IHK Berlin schreibt, als Qualifikation benötige der Verkehrsleiter die fachliche Eignung für den Güterkraftverkehr. Intern oder extern: Verkehrsleiter intern oder extern.
Wie ist die Prüfung aufgebaut und wie lange dauert sie?
Die Prüfung setzt sich nach § 5 Abs. 1 GBZugV aus zwei schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil zusammen; die Mindestdauer für jede schriftliche Teilprüfung beträgt nach § 5 Abs. 2 GBZugV zwei Stunden.
Nach § 5 Abs. 2 GBZugV bestehen die schriftlichen Teilprüfungen aus Multiple-Choice-Fragen und schriftlichen Fragen mit direkter Antwort sowie aus schriftlichen Übungen/Fallstudien. Nach § 5 Abs. 3 GBZugV ist eine Gesamtpunktezahl zu bilden, die auf die Prüfungsteile aufzuteilen ist: schriftliche Fragen zu 40 Prozent (§ 5 Abs. 3 GBZugV), schriftliche Übungen/Fallstudien zu 35 Prozent (§ 5 Abs. 3 GBZugV) und mündliche Prüfung zu 25 Prozent (§ 5 Abs. 3 GBZugV). § 5 GBZugV nennt keine Dauer der mündlichen Prüfung. Ablauf der drei Teile: So läuft die Fachkundeprüfung ab.
Wann ist die Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr bestanden?
Die Prüfung ist bestanden, wenn der Bewerber mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl erreicht hat, wobei der in jeder Teilprüfung erzielte Punkteanteil nicht unter 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl liegen darf; anderenfalls ist die Prüfung nicht bestanden (§ 5 Abs. 4 GBZugV).
| Regel | Was § 5 GBZugV anordnet |
|---|---|
| Bestehen (§ 5 Abs. 4 GBZugV) | Mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl und in jeder Teilprüfung mindestens 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl (§ 5 Abs. 4 GBZugV). |
| Nichtbestehen (§ 5 Abs. 4 GBZugV) | Anderenfalls ist die Prüfung nicht bestanden (§ 5 Abs. 4 GBZugV). |
| Mündliche Prüfung entfällt (§ 5 Abs. 5 GBZugV) | Die mündliche Prüfung entfällt, wenn die schriftliche Prüfung nicht bestanden ist (§ 5 Abs. 5 GBZugV). |
| Mündliche Prüfung entfällt ebenfalls (§ 5 Abs. 5 GBZugV) | Die mündliche Prüfung entfällt ebenfalls, wenn der Bewerber bereits in den schriftlichen Teilprüfungen mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl erzielt hat (§ 5 Abs. 5 GBZugV). |
Wann entfällt die mündliche Prüfung?
Die mündliche Prüfung entfällt nach § 5 Abs. 5 GBZugV, wenn die schriftliche Prüfung nicht bestanden ist, und ebenfalls, wenn der Bewerber bereits in den schriftlichen Teilprüfungen mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl erzielt hat.
Nach § 5 Abs. 3 GBZugV ist die Gesamtpunktezahl auf schriftliche Fragen zu 40 Prozent, schriftliche Übungen/Fallstudien zu 35 Prozent und die mündliche Prüfung zu 25 Prozent aufzuteilen (§ 5 Abs. 3 GBZugV). Eine weitere Regel dazu, wie die 60 Prozent aus § 5 Abs. 5 GBZugV in den schriftlichen Teilprüfungen zu berechnen sind, enthält § 5 GBZugV nicht; maßgeblich ist der Wortlaut des § 5 Abs. 5 GBZugV.
Welche IHK ist zuständig?
Zuständig ist nach § 6 Abs. 4 GBZugV der Prüfungsausschuss, in dessen Bezirk der Bewerber seinen Wohnsitz hat; bei Wohnsitz im Ausland die IHK des Bezirkes, in dem der Bewerber arbeitet. Der Bewerber kann mit seiner Zustimmung an den Prüfungsausschuss bei einer anderen Industrie- und Handelskammer verwiesen werden, wenn innerhalb eines Vierteljahrs weniger als drei Bewerber zur Prüfung anstehen oder dem Bewerber andernfalls wirtschaftliche Nachteile entstehen.
Prüfung und Bewertung erfolgen nach § 5 Abs. 6 GBZugV durch die Industrie- und Handelskammern auf Grund einer Prüfungsordnung unter Beachtung der Verordnung (EG) Nr. 1071/2009 in der jeweils geltenden Fassung, insbesondere von Teil II des Anhangs I dieser Verordnung. Wer bestanden hat, erhält nach § 5 Abs. 7 GBZugV eine Bescheinigung nach dem Muster des Anhangs III der Verordnung (EG) Nr. 1071/2009 in der jeweils geltenden Fassung.
Kann Berufserfahrung die Fachkundeprüfung ersetzen?
Nach § 8 Abs. 1 GBZugV (Übergangsregelung für die Anerkennung leitender Tätigkeit) kann die fachliche Eignung auch durch eine mindestens zehnjährige leitende Tätigkeit in einem Unternehmen, das Güterkraftverkehr betreibt, nachgewiesen werden; diese Tätigkeit muss in dem Zeitraum von zehn Jahren vor dem 4. Dezember 2009 ohne Unterbrechung in einem oder mehreren Mitgliedstaaten der Europäischen Union ausgeübt worden sein.
Die Prüfung dieser Voraussetzungen obliegt nach § 8 Abs. 2 GBZugV der IHK, in deren Zuständigkeitsbereich der Bewerber seinen Wohnsitz hat; bei Wohnsitz im Ausland die IHK des Bezirkes, in dem der Bewerber arbeitet. Reichen die Unterlagen nicht aus, kann die Kammer ein ergänzendes Beurteilungsgespräch führen. Details: Befreiung von der Fachkundeprüfung durch Berufserfahrung. Nach § 7 Abs. 1 GBZugV gelten als Prüfungen der fachlichen Eignung auch die in der Anlage 4 der bis zum 31. Dezember 2011 geltenden Fassung der Berufszugangsverordnung für den Güterkraftverkehr vom 21. Juni 2000 aufgeführten Abschlussprüfungen, wenn die Ausbildung vor dem 4. Dezember 2011 begonnen worden ist; das Gleiche gilt für Abschlussprüfungen, die von den nach Landesrecht zuständigen Behörden bis zum 4. Dezember 2011 nach der damaligen Fassung anerkannt worden sind, wenn die Ausbildung vor dem 4. Dezember 2011 begonnen worden ist (§ 7 Abs. 1 GBZugV).
Welche Themengebiete kommen in der Prüfung vor?
Geprüft werden nach § 4 GBZugV die Kenntnisse auf den jeweiligen Sachgebieten, die im Anhang I Teil I der Verordnung (EG) Nr. 1071/2009 in der jeweils geltenden Fassung aufgeführt sind.
Die GBZugV zählt die Einzelthemen in § 4 nicht selbst auf. Die IHK Karlsruhe nennt als Sachgebiet unter anderem die kaufmännische und finanzielle Führung des Betriebes. Vertiefung: Fahrzeugkostenrechnung in der Fachkundeprüfung.
Häufige Fragen
Reicht es, in der Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr 60 % insgesamt zu erreichen, wenn ein Teil schwächer ausfällt?
Nur, solange jede Teilprüfung mindestens 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl erreicht. Nach § 5 Abs. 4 GBZugV ist die Prüfung bestanden, wenn der Bewerber mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl erreicht hat, wobei der in jeder Teilprüfung erzielte Punkteanteil nicht unter 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl liegen darf. Anderenfalls ist die Prüfung nicht bestanden. Eine Teilprüfung darf schwächer ausfallen als die übrigen, wenn die Gesamtpunktezahl mindestens 60 Prozent beträgt; sie darf nicht unter 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl liegen (§ 5 Abs. 4 GBZugV). Liegt dagegen eine Teilprüfung unter 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl, ist die Prüfung auch bei einer höheren Gesamtpunktezahl nicht bestanden. Die IHK Karlsruhe gibt dieselbe Regel wieder: Die Prüfung ist bestanden, wenn mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl erreicht sind, wobei der in jeder Teilprüfung erzielte Punkteanteil nicht unter 50 Prozent der jeweils möglichen Punktezahl liegen darf.
Wann entfällt die mündliche Prüfung?
Nach § 5 Abs. 5 GBZugV entfällt die mündliche Prüfung, wenn die schriftliche Prüfung nicht bestanden ist. Sie entfällt ebenfalls, wenn der Bewerber bereits in den schriftlichen Teilprüfungen mindestens 60 Prozent der möglichen Gesamtpunktezahl erzielt hat. Nach § 5 Abs. 3 GBZugV ist die Gesamtpunktezahl auf schriftliche Fragen zu 40 Prozent, schriftliche Übungen/Fallstudien zu 35 Prozent und die mündliche Prüfung zu 25 Prozent aufzuteilen (§ 5 Abs. 3 GBZugV).
Brauche ich einen IHK-Vorbereitungskurs für die Fachkundeprüfung?
Die IHK Karlsruhe schreibt, die Teilnahme an der Eignungsprüfung mache eine eingehende fachliche Vorbereitung erforderlich; Art und Umfang der Vorbereitung seien freigestellt. Die IHK Berlin schreibt, jeder Prüfling könne selbst entscheiden, wie er sich vorbereitet.
Welche IHK nimmt die Fachkundeprüfung ab?
Nach § 5 Abs. 6 GBZugV erfolgen Prüfung und Bewertung durch die Industrie- und Handelskammern auf Grund einer Prüfungsordnung. Zuständig ist nach § 6 Abs. 4 GBZugV der Prüfungsausschuss, in dessen Bezirk der Bewerber seinen Wohnsitz hat; bei Wohnsitz im Ausland die IHK des Bezirkes, in dem der Bewerber arbeitet. Der Bewerber kann mit seiner Zustimmung an den Prüfungsausschuss bei einer anderen Industrie- und Handelskammer verwiesen werden, wenn innerhalb eines Vierteljahrs weniger als drei Bewerber zur Prüfung anstehen oder dem Bewerber andernfalls wirtschaftliche Nachteile entstehen.
Kann Berufserfahrung die Fachkundeprüfung ersetzen?
Nach § 8 Abs. 1 GBZugV (Übergangsregelung für die Anerkennung leitender Tätigkeit) kann die fachliche Eignung auch durch eine mindestens zehnjährige leitende Tätigkeit in einem Unternehmen, das Güterkraftverkehr betreibt, nachgewiesen werden. Diese Tätigkeit muss in dem Zeitraum von zehn Jahren vor dem 4. Dezember 2009 ohne Unterbrechung in einem oder mehreren Mitgliedstaaten der Europäischen Union ausgeübt worden sein.
Quellen (abgerufen am 27.10.2026):§ 5 GBZugV,§ 4,§ 6,§ 8,§ 7 GBZugV,§ 3 GüKG,IHK Karlsruhe,IHK Berlin.